DJV Arbeitsgruppe Qualitätssicherung II

Aspekte der (wissenschaftlichen) Diskussion um Qualitätssicherung im Journalismus

Vorbemerkung

Auf eine, auf "die" Definition von Qualität im Journalismus wird verzichtet. Qualität und ihre Sicherung wird als Prozess verstanden, für den sich neben Medien und Journalisten selbst ein dezentrales, pluralistisches Netzwerk unterschiedlicher Initiativen und Institutionen engagieren muss.
Die Notwendigkeit ergibt sich daraus, dass die Gesellschaft, das Publikum Anspruch auf Qualitätsjournalismus, auf Qualitätsmedien haben. Wird gegen entsprechende Maßstäbe mehr und mehr verstoßen, hat dies gesellschaftliche Auswirkungen: Das Publikum wendet sich vom informierenden Journalismus ab (u.a. Entpolitisierung), der politische Druck auf die Medien nimmt zu (Einschränkung der Pressefreiheit).
Den Gewerkschaften wird in diesem Zusammenhang vorgehalten, dass sie zu stark die materielle Komponente der Qualitätssicherung in den Vordergrund rücken. "Materieller Reichtum" allein ist kein Garant für Qualität, wenngleich eines gilt: "Wo geknausert wird, gibt es sowieso keine journalistische Qualität." (Hermann Schreiber in: Zukunft oder Ende des Journalismus?)
Außerdem kann ein unternehmerischer Paradigmenwechsel nicht übersehen werden, den der Medienrechtler Udo Branahl (in: Zukunft oder Ende des Journalismus?) beschreibt: "Mussten Medien zuvor Gewinne erzielen, um ihre Qualität erhalten und steigern zu können, so lohnen sich jetzt Investitionen in die Qualität der redaktionellen Leistung der Medien nur, soweit dadurch der Unternehmensgewinn gesteigert wird."

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